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04. September 2010  
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Das Farnese-Stundenbuch
Durchkomponierte Gemälde en miniature der Renaissance und des Manierismus.
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Faksimile-Edition: weltweit 100 Exemplare.
Farnese Stundenbuch
(Pierpont Morgan Library, New York)
Durchkomponierte Gemälde en miniature der Renaissance und des Manierismus - Luxusausgabe.
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Pierpont Morgan Library, New York. 228 Seiten im Format von 110 x 173 mm. Einband: originalgetreue Nachbildung des Prachteinbandes. Kommentarband: W. Voelkle, New York, und I. Golub, Zagreb. Ausführlicher wissenschaftlicher Kommentar mit Beiträgen zu Inhalt und Struktur sowie Entstehungsgeschichte und kunstwissenschaftlicher Bedeutung der Handschrift und des Silbereinbandes. Einband: originalgetreue Nachbildung des vergoldeten Silbereinbandes. Limitierte Auflage: weltweit 100 Exemplare.
Produkt-Nr.: SK_202; Verlag/Hersteller: Adeva
Der Auftraggeber war niemand geringerer als Kardinal Alessandro Farnese, Spross einer der einflussreichsten Dynastien Italiens, in direkter Linie von Papst Paul III. abstammend und Verwalter der unermesslich wertvollen Kunstsammlungen der Familie. Mit dem auf eigene Kosten aufgeführten Bau der Jesuitenkirche Il Gesù, der Errichtung des Palazzo Farnese in Caprarola und der Vergabe unzähliger Aufträge an die berühmtesten Maler und Bildhauer seiner Zeit avancierte „Il gran Cardinale“ in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu dem in künstlerischen Belangen mächtigsten Mann Roms.

Der erlesene Geschmack und hohe Anspruch Alessandros spiegelt sich auch in seinem Gebetbuch wider, mit dessen Ausstattung er Giulio Clovio, den begabtesten Miniaturisten des Cinquecento betraute.

Ein Meisterwerk der Buchmalerei

Mit dem Farnese-Stundenbuch schuf Clovio sein Meisterwerk. In zahllosen Studien und Skizzen nach berühmten Vorbildern aus der Monumentalmalerei und -plastik hatte sich der in Kroatien geborene, bereits in jungen Jahren nach Rom gekommene Künstler mit der Geistes- und Formenwelt der Renaissance vertraut gemacht und sich in der perfekten technischen Umsetzung geübt. Dabei erreichte er in seinen stets auf das Kleinformat beschränkt bleibenden Werken einen Grad an Kunstfertigkeit, der ihm bei einer enthusiastischen Kunstkritik die Beinamen „neuer, kleiner Michelangelo“ und „Raffael der Miniaturenmaler“ eintrug.

Die phantasievoll gestalteten Bilder

Clovios Bilder sind bis ins Detail durchkomponierte Gemälde en miniature. Stilistisch umspannen sie das gesamte Spektrum, das einem Künstler der Spätrenaissance bei der Umsetzung seiner Bildideen zur Verfügung stand: Klassisch reduzierte, vornehme Architekturen wechseln mit üppigen, vollplastisch gegebenen, figürlich belebten Rahmungen; zartgliedrige, filigrane Aufbauten, wie sie von Raffael aus der antiken römischen Wandmalerei übernommen und mit grotesken Masken und Mischwesen bereichert worden waren, finden sich neben illusionistischen, den Blick des Betrachters weit in die Tiefe führenden Landschaften und naturalistisch ausgeführten Stilleben, die Meisterwerke der flämischen Buchmalerei in Erinnerung rufen.

Das szenische Geschehen selbst wird von dramatisch bewegten Figuren, deren Körperlichkeit an Michelangelos Protagonisten gemahnt und die durch starke gestische und mimische Interaktionen miteinander verbunden sind, bestimmt. In diesem virtuos vorgetragenen Stilpluralismus ist das Farnese-Stundenbuch mit keiner anderen Handschrift zu vergleichen.

Die Texte des Farnese-Stundenbuches

Auch in der Auswahl der Texte weicht das Farnese-Stundenbuch von den Konventionen ab. Von den für eine Handschrift dieses Typus gleichsam kanonischen Textteilen fehlen das Kalendarium, die Sequenzen der Evangelien und die Fürbitten. Den Stundengebeten zur Jungfrau Maria, dem Marienoffizium, den Bußpsalmen, der Heiligenlitanei, dem Totenoffizium und den Stundengebeten zum Hl. Kreuz und zum Hl. Geist ist hingegen zusätzlich das selten vertretene Athanasianische Glaubensbekenntnis beigefügt.

Leuchtende Miniaturen mit aufwändigem Randschmuck

Als bildliche Einleitung zu den größeren Textabschnitten dienen die insgesamt 26 ganzseitigen, jeweils paarweise auf einander gegenüberliegenden Seiten angeordneten Miniaturen. In diesen 13 typologisch zusammengestellten Bildpaaren offenbart sich die ganze Meisterschaft Clovios. Gefasst von prächtigen Rahmen, bei deren Gestaltung der Maler nahezu verschwenderisch auf das unerschöpfliche Formenrepertoire der Renaissance und des Manierismus zurückgreift, gelangen in den Zentralbildern die bedeutendsten Episoden aus dem Alten und Neuen Testament zur Darstellung. Die perfekte Pinselführung, die intensive Farbgebung, effektvolle Lichtakzente und der äußerst präzise Goldauftrag erhöhen die Dramatik dieser auf äußere und innere Bewegung angelegten Kompositionen.

Prachtvolle Textzierseiten

Höchstes künstlerisches Niveau zeichnet auch den aufwendigen, mit atmosphärischen Landschaften, naturgetreuen Stilleben, eindrucksvollen zeitgenössischen Portraits und feinsten Grotesken gestalteten Randschmuck aus, der weitere 37 Seiten der Handschrift rahmt. Diese hohe künstlerische Qualität, seine immense Formenvielfalt und die originellen ikonographischen Lösungen sichern dem Farnese-Stundenbuch einen bleibenden Platz unter den großen Handschriften der Welt.

Der Kommentar

Der umfangreiche wissenschaftliche Kommentar zur Faksimile-Ausgabe des Farnese-Stundenbuches wird von einem internationalen Team anerkannter Wissenschaftler erarbeitet und berücksichtigt sämtliche Aspekte der Handschrift.
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