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25. September 2017  
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Liber precum - Beutelbuch-Ausgabe
Höhepunkt der Kölner Buchmalerschule
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Faksimile-Edition: weltweit 580 Exemplare.
Liber precum
(Russische Nationalbibliothek, St. Petersburg)
Ein deutsches Gebetbuch im Besitz einer deutschen Prinzessin am russischen Kaiserhof.
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St. Petersburg, Russische Nationalbibliothek, Ms.Lat.O.v.I.206. Codices selecti, Vol. CVIII. Limitierte Auflage: 580 handnummerierte Exemplare. Einband: Kopie des aus dem 16. Jahrhundert stammenden heutigen Einbandes der Originalhandschrift mit Metallschließen. Kommentar:James Marrow, ergänzender Beitrag: Margarita Logutowa. Faksimile und Kommentarband in einer Kassette.
Produkt-Nr.: SK_57; Verlag/Hersteller: Adeva
Ein spätgotisches Gesamtkunstwerk aus der Kölner Malschule

Mit der Faksimilierung des St. Petersburger »Liber precum« tritt ein bisher kaum bekanntes Meisterwerk der spätmittelalterlichen Buchmalerei endlich ins Blickfeld von Sammlern und Wissenschaftlern. Der zwischen 1480 und 1490 in Köln, einer der bedeutendsten Malschulen der Epoche, entstandene, im Format kleine Codex weist einige Besonderheiten auf, die ihn aus der Fülle von zeitgenössischen Gebetbüchern herausheben und ihm eine unverwechselbare Bedeutung verleihen. Außergewöhnlich ist bereits die Auswahl der Texte, zu der bisher keine Parallele gefunden wurde. Die größte Überraschung bietet jedoch der Bilderzyklus zum Leben und Leiden Jesu, der hinsichtlich seiner Form, seiner Funktion, seiner Thematik und der Anzahl seiner Miniaturen einen Höhepunkt der Buchkunst des 15. Jahrhunderts darstellt.

41 Ganzseitige Miniaturen auf 99 Folios –
eine einzigartige Bilderfolge zur Vita Christi


Das hervorstechendste Merkmal des St. Petersburger »Liber precum« ist der wegen seines Umfanges, seiner Erzähldichte und seiner künstlerischen Qualität beispiellose Bilderzyklus. Dabei handelt es sich um die vollständigste und ikonographisch reichste Illustrationsfolge zum Leben und Leiden Jesu, die aus der Buchmalerei dieser Epoche bekannt ist. Insgesamt 41 ganzseitige Miniaturen illustrieren die Gebete im ersten Teil der Handschrift, der für die Faksimilierung ausgewählt wurde. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, dass diese Bilder jeweils auf der linken Seite angeordnet sind und damit den zugehörigen Texten unmittelbar gegenüberstehen. Folgt man der natürlichen Blickrichtung, geben sie den optischen Impuls, der dem Leser Thema und Stimmungsgehalt des folgenden Gebetes näher bringt. Der inhaltlichen Bedeutung der Handschrift als Andachtsbuch entspricht der Grundtenor der Miniaturen, deren Hauptakzent auf der Vermittlung der unterschiedlichsten Emotionen liegt. Dynamische Figuren, die durch eine überaus beredte Gestik, Mimik und eine innere Spannung miteinander verbunden sind, atmosphärische Landschaften und eine subtile Farbgebung – das sind die bildbestimmenden Elemente, die den besonderen Reiz der Bilder ausmachen und den Illuminator als Meister seines Faches ausweisen. Dieser Künstler gehörte in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts zu den führenden Protagonisten der Kölner Malschule, von der seit Beginn des Jahrhunderts die entscheidenden Impulse für die Entwicklung der deutschen Tafelmalerei ausgegangen waren. Als ihr Hauptmeister gilt Stephan Lochner, der Vollender des Weichen Stils in der hochgotischen Malerei. Die wichtigste Errungenschaft des Kölner Malstils – die Mischung aus der Zartheit des Weichen Stils und einer neuen, realistischen Sehweise – bestimmte nicht nur die große Form des Tafelbildes, sondern fand auch Eingang in die Buchmalerei, wo sie vor allem in den ganzseitigen Miniaturen zum Ausdruck kommt. Sämtliche Vollbilder unserer Handschrift, die namengebend für ihren Schöpfer geworden ist, lassen erkennen, dass hier ein außergewöhnlicher Künstler am Werk war, der den neuen Stil auch im Kleinen virtuos beherrschte. Mit diesem Gebetbuch hat der »Meister des St. Petersburger Liber precum« ein Spitzenwerk geschaffen, das die große Variationsbreite der spätmittelalterlichen Buchmalerei in Deutschland um eine weitere schillernde Facette zu bereichern vermag.

Ein Zeugnis der »modernen Frömmigkeit«

Auch in der Zusammenstellung ihrer Texte weicht unsere Handschrift von üblichen Schemata ab. Sie umfasst zwei größere Textteile, die unabhängig voneinander geschrieben und künstlerisch ausgestattet wurden: Der erste enthält eine Folge von Gebeten zur Vita Christi (zum Leben und Leiden Jesu), der zweite versammelt eine Reihe von Prosa- und Verspredigten sowie weitere Gebete. Die Auswahl der Texte spiegelt das Bestreben wider, die persönliche Frömmigkeit des Lesers zu vertiefen und ihn dafür zu gewinnen, dem Leben und der Lehre Christi in seinem Alltag nachzufolgen. Damit steht dieses Werk ganz in der Tradition der »Devotio moderna«, jener so wichtigen spirituellen Bewegung, die im 14. Jahrhundert begründet worden war und in einer Zeit der politischen (vor allem auch kirchenpolitischen) Unruhen mit ihrer Alltagsmystik immer mehr Anhänger fand.

Ein deutsches Gebetbuch im Besitz einer deutschen Prinzessin am russischen Kaiserhof

Es ist eine Fügung des Schicksals, dass unsere Handschrift bis zum Jahr 1929 in der Sommerresidenz der Kaiserin Maria Fjodorowna in Pawlowsk aufbewahrt wurde. Sophie Dorothée von Württemberg hatte 1776 den russischen Großfürsten und späteren Zaren Paul I. geheiratet und sich durch ihre karitative Tätigkeit, aber auch als Kunstmäzenin große Beliebtheit im Volk erworben. Aus dem Besitz ihrer Erben gelangte das Gebetbuch schließlich in die Russische Nationalbibliothek, in das nur 30 km von Schloss Pawlowsk entfernte St. Petersburg.

Die Originalhandschrift
Entstehungszeit der Handschrift: zwischen 1480 und 1490, Köln.
Heutiger Aufbewahrungsort: Russische Nationalbibliothek, St. Petersburg (Signatur: Ms. Lat. O.v.I.206).
Umfang: Der erste Teil der Handschrift (fols. 1–99) umfasst einen Zyklus von Gebeten zum Leben Jesu (Vita Christi) und eine Litanei, der zweite Teil (fols. 100–280) enthält Auszüge aus Schriften verschiedener Kirchenlehrer sowie thematisch variierende Gebete.
Format: 95 x 130 mm.
Schrift: Textualis formata.
Einband: Leder mit Blindprägung und zwei Metallschließen, 16. Jahrhundert.

Die Faksimile-Ausgabe

Das Faksimile des »Liber precum« gibt den ersten Teil der Handschrift (fols. 1–99) mit seinen 41 ganzseitigen Miniaturen und dem hierarchisch abgestuften Initialschmuck im Originalformat und bis ins kleinste Detail farbgetreu wieder.
Einband: Kopie des aus dem 16. Jahrhundert stammenden heutigen Einbandes der Originalhandschrift: Lederdecke mit exakt vom Original abgenommener Blindprägung, Handheftung auf vier echte, erhabene Bünde, handumstochenes Kapital, Metallschließen.
Der Kommentar wird von James Marrow, dem zur Zeit profundesten Kenner der mitteleuropäischen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts, verfasst. Neben einer ausführlichen kunsthistorischen Analyse bietet der Autor auch einen Einblick in die historischen und religiös-spirituellen Voraussetzungen für die Entstehung des Codex. Ein ergänzender Beitrag von Margarita Logutowa über die Geschichte, die Kodikologie und den Textbestand rundet diese umfassende wissenschaftliche Bearbeitung der Handschrift ab. Limitierte Auflage: 580 handnummerierte Exemplare. Faksimile und Kommentarband in einer Kassette.
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